Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) <br>
Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)
Sozialpreis:
Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2021

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG)

Das Café Blind Date der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Würzburg ist die konkrete Umsetzung des Inklusionsgedanken, der in der Ordnung der DPSG auch für den gesamten Bundesverband verankert ist. Die DPSG beruft sich hierbei auf drei Grundlagen: auf die Prinzipien der Weltpfadfinderbewegung, die pfadfinderische Methodik und die Christliche Lebensorientierung. Aus diesen drei Wurzeln leitet sich deren Verständnis der Pfadfinderidee ab:

Den jungen Menschen ermöglicht der Verband, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und in die eigene Hand zu nehmen. In ihrer und seiner Selbstständigkeit soll sich jede und jeder erfahren können. Alle bringen sich mit ihren Fertigkeiten und Kompetenzen ein. Durch reflektierte Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen erleben sie sich somit als wechselseitige Bereicherung. Als katholischer Pfadfinderverband handelt die Pfadfinderschaft auf der Basis eines christlichen Menschenbildes, das die Würde und Einzigartigkeit des Einzelnen in den Vordergrund rückt. Wir begrüßen die Verschiedenheit von Menschen innerhalb unserer Gruppen und streben danach, entsprechend den Grundlagen der Pfadfinderbewegung, zur Entwicklung aller jungen Menschen beizutragen. Daraus folgt eine Forderung nach Gleichstellung, die es verbietet, Menschen wegen sozialer oder individueller Umstände zu benachteiligen oder aus dem Verband auszugrenzen.

[…] Für die DPSG Würzburg heißt Inklusion, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung und die, die von Behinderung bedroht sind, als selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft anzuerkennen und deren Teilhabe zu ermöglichen. Somit werden alle Kinder und Jugendlichen unterstützt, gefordert und gefördert, um dem eigenständigen Erziehungsauftrag als Kinder- und Jugendverband gerecht zu werden.

Auszug aus der Laudatio

Der Hospizverein Schwabach<br>
Hospizverein Schwabach
Sozialpreis:
Hospizverein Schwabach

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2021

Hospizverein Schwabach

[…] Die Bayerische Landesstiftung prämiert in diesem Jahr ein Projekt, das sich der letzten Lebensphase und Lebenstage betagter Senior*innen in Pflegeheimen widmet. Ein Projekt, das darauf abzielt, Zeit zu haben, Teilhabe zu ermöglichen und Lebensqualität am Ende des Lebens in den Vordergrund zu stellen.

Das Projekt „Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim“ greift in der Kooperation mit dem Hospizverein Schwabach wertvolle Erfahrungen aus der Hospiz- und Palliativkultur auf und implementiert dies trägerübergreifend in drei Einrichtungen der stationären Altenhilfe und geht dabei einen besonderen Weg. Das „Haus am Wehr“ in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Schwabach, das Haus St. Willibald der Caritas im Nürnberger Süden und das „Hermann-Vogel-Pflegezentrum der Arbeiterwohlfahrt in Schwabach bringen sich mit ein.

[…] Die Bayerische Landesstiftung will mit der Auszeichnung dieses trägerübergreifenden Projektes ein Zeichen setzen. Sie drängt darauf und unterstützt das strategische Ziel des Projekts „Zeitintensive Betreuung“ möglichst bald in die Regelversorgung zu etablieren. […] Wir alle wünschen uns in den letzten Tagen des Lebens nicht allein gelassen zu werden, wir alle wollen das Pflegezeit bezahlt wird, wenn würdevolle Pflege zeitintensive Betreuung braucht. Beispielhaft belegt das Projekt, dass es auf diese Weise gelingt, den schwerkranken sterbenden Senior*innen und ihren Angehörigen mehr Sicherheit und Ruhe zu geben und zu vermitteln. Die Bayerische Landesstiftung gratuliert den Preisträgern und dankt für das vorbildliche Engagement.

Auszug aus der Laudatio

PFAD FÜR KINDER-Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.
PFAD FÜR KINDER-Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.
Sozialpreis:
PFAD FÜR KINDER-Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2021

PFAD FÜR KINDER-Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern e.V.

Die Auszeichnung mit diesem Preis würdigt den Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien, der 1987 in München gegründet wurde und sich seit 1993 PFAD FÜR KINDER nennt. Er ist ein Zusammenschluss von Pflege- und Adoptivelterngruppen und -vereinen, Pflege- und Adoptivfamilien, Tagespflegeeltern und Fachkräften der Jugendhilfe.

PFAD FÜR KINDER fungiert als gemeinsames Sprachrohr der Pflege- und Adoptivfamilien in Bayern und als Ansprechpartner für Gesetzgeber, Behörden, Verbände, Institutionen, Politiker/innen und Personen, die sich für die Wahrung der Interessen von Kindern und deren Familien einsetzen. Der Landesverband PFAD FÜR KINDER als Zusammenschluss von Pflegeeltern auf Landesebene hat sich mit außergewöhnlichem ideellem und materiellem Engagement für Pflege- und Adoptiveltern verdient gemacht; so gewährt er umfassende Hilfen durch Informationen in Form von Materialien und Fachliteratur. Er bietet Fachberatung, Supervision und Weiterbildung an. Hierdurch, aber auch durch persönliche Beratung bei der Gründung und Unterstützung von Ortsgruppen und Ortsvereinen, trägt er in herausragender Weise zur Stabilisierung von Pflegeverhältnissen im Einzelnen und zur Wahrnehmung des Pflegekinderwesens in der Öffentlichkeit bei.

[…] Die Auszeichnung mit dem Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung würdigt den langjährigen und vorbildlichen Einsatz des Trägers für diese besonders engagierten Personen.

Auszug aus der Laudatio

Bildungsprojekt PASSgenAU; Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik der Universität Passau<br>
Sozialpreis Familienferienstätte „Bildungs- und Erholungsstätte Langau“
Sozialpreis:
Bildungsprojekt „PASSgenAU“ der Universität Passau

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2020

Bildungsprojekt „PASSgenAU“ der Universität Passau

„Seit 2012 gibt es auf Initiative der Universität Passau das regionale Bildungsprojekt PASSgenAU, das sich zum Ziel gesetzt hat, individuell bzw. sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche an Grund- und Mittelschulen der Stadt und des Landkreises Passau durch passgenaue Maßnahmen gezielt in ihren für den Schulerfolg wichtigen Kompetenzen zu fördern.

[…] Dank des regionalen Netzwerks aus Universität, den Staatlichen Schulämtern und dem örtlichen Wirtschaftsforum, konnten in den acht Jahren seit dem Start von PASSgenAU bislang fast 5.000 Schüler*innen individuell gefördert und unterstützt werden. Das Besondere an diesem Projekt ist neben der rein quantitativen Erfolgsbilanz der für alle beteiligten Akteur*innen nachhaltig positive Effekt. Die Schüler*innen zeigen durch die individuelle Förderung deutlich messbare Fortschritte in ihrer Lese-, Sprach- und mathematischen Grundkompetenz, bekommen dadurch insgesamt einen Motivationsschub, beteiligen sich aktiver am Unterricht, können besser in der Klasse mithalten und schafften so in zahlreichen Fällen den Übertritt an weiterführende Schulen.

Professionalität, Nachhaltigkeit, dauerhaft messbare Erfolge und hohes ehrenamtliches Engagement machen PASSgenAU zu einem preiswürdigen sozialen Bildungsprojekt. Es zeigt in eindrucksvoller Weise, dass schulischer Erfolg von Kindern nicht nur von der Ausstattung der Schulen, sondern ganz entscheidend von den Menschen abhängt, die sich um sie kümmern.“

Auszug aus der Laudatio

Bürgernetzwerk „Wir füreinander – Die Nachbarschaftshilfe
Sozialpreis Wanderausstellung „Only Human – Leben: Lieben. Mensch sein“
Sozialpreis:
Bürgernetzwerk „Wir füreinander – Die Nachbarschaftshilfe

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2020

Bürgernetzwerk „Wir füreinander – Die Nachbarschaftshilfe

„Die Nachbarschaftshilfe folgt einer einfachen Grundidee: Bürgerinnen und Bürger helfen ihren Mitbürgerinnen und Mitbürger in schwierigen Alltagssituationen und tun das, was ein „guter Nachbar“ auch tun würde, nicht nur in der eigenen Gemeinde, sondern - innovativ - auch darüber hinaus im gesamten Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Das Bürgernetzwerk „Wir füreinander“ ist seit zehn Jahren in elf Gemeinden vor Ort aktiv und über die kommunalen Grenzen hinweg im Landkreis vernetzt. Durchschnittlich bringen sich ca. 200 Engagierte ein, helfen, fördern und unterstützen die Begegnung von Jung und Alt, von unterschiedlichen Kulturen, mit mittlerweile sage und schreibe etwa 40.000 Stunden an dokumentiertem Engagement. […] Die Helferinnen und Helfer schenken Zeit, erleben die Begegnung und finden Sinn. Sie bringen sich nach ihren persönlichen Interessen und zeitlichen Möglichkeiten ein und verpflichten sich zur Einhaltung der gesetzlichen Schweigepflicht. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer erhalten Versicherungsschutz, eine fachliche Begleitung, erleben den Austausch mit anderen Engagierten, können kostenfrei an Schulungsangeboten teilnehmen und erfahren Gemeinschaft und Anerkennung.

Wer hätte gedacht, dass mit der „Corona-Krise“ nachbarschaftliche Solidarität, organisierte Einkaufshilfe von nebenan, aber auch die Zusammenarbeit von Gemeinden eine ganz neue Bedeutung gewinnt? Gerade während der Corona-Pandemie hat sich dieses Netzwerk bestens bewährt und geht nachhaltig gestärkt aus dieser Krisenzeit hervor.“

Auszug aus der Laudatio

Das Zeilberger Integrationsprojekt „Arbeitsreif“ des diakonischen Werks Bamberg-Forchheim
Sozialpreis Familienseminare für bayerische Strafgefangene und deren Angehörige
Sozialpreis:
Zeilberger Integrationsprojekt „Arbeitsreif“

Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung 2020

Zeilberger Integrationsprojekt „Arbeitsreif“

„Ein gesundes Selbstvertrauen, die Optimierung der eigenen Leistungsfähigkeit, der Rückgriff auf soziale Kompetenzen und die eigene Begeisterungsfähigkeit sind wichtige Grundlagen und auch Voraussetzungen, um sich auf dem Arbeitsmarkt bewähren zu können. Zugleich sind die tägliche Arbeit und der dauerhafte Arbeitsplatz wichtige Voraussetzungen, um am gesellschaftlichen Leben auch teilhaben zu können. Arbeit und Freizeit sind zwei Aspekte, die einander nahezu bedingen. Insbesondere wenn es um den Aufbau und den Erhalt der eigenen Existenz geht.

Was aber, wenn die eigene Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind? Wenn eine psychische Erkrankung diese Teilhabe am Arbeitsleben unmöglich macht?

[…] Das Diakonische Werk Bamberg Forchheim stellt sich genau dieser Herausforderung mit dem Projekt „Arbeitsreif“ für junge Menschen. Der Sozialpsychiatrische Verbund des Werkes betreut im Haßbergkreis rund 100 Menschen mit psychischer Erkrankung im Ambulant Betreuten Wohnen auf der Grundlage der Eingliederungshilfe. Die Idee und ihre Umsetzung, gerade diesen jungen Menschen Lebensmut, Perspektive und Sinnhaftigkeit für ihr persönliches und berufliches Leben wieder zu erschließen, wird gemeinsam vom Diakonischen Werk und dem Jobcenter Haßberge konsequent verfolgt.

[…] Mit der Auszeichnung würdigt die Bayerische Landesstiftung das Projekt „Arbeitsreif“ als beispielhaft und fordert zur Nachahmung auf. Zugleich weißt die Stiftung darauf hin, dass mit der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes diese bestehende Angebotsstruktur nicht verloren gehen darf. Zuverdienstangebote sind als Teilhabeleistung am Arbeitsleben auch gesetzlich zu verankern.“

Auszug aus der Laudatio